Vergangene Woche ging die achte und letzte Staffel von 24 zuende. Ein absolutes Serien-Meisterwerk fand damit sein (würdiges) Ende. Markenzeichen der acht Arbeitstage des CTU-Agenten Jack Bauer, gespielt von Kiefer Sutherland, war – vor allem zu Beginn der Serie – eine absolut neuartige Präsentationsform (eine Staffel dauert genau einen Tag, jede Episode 60 Minuten, alles passiert in Echtzeit), die oft kopiert, aber nie erreicht wurden. Darüber hinaus wurde die Story von Staffel zu Staffel abgefahrener. Zu Beginn drehte sich noch alles um einen Mordanschlag auf einen Senator, später kamen Giftgasangriffe und Regierungsverschwörungen hinzu. Das alles erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt, als in Los Angeles eine Nuklearwaffe explodierte (Staffel 6), gefolgt von der Besetzung des Weißen Hauses durch einen wahnsinnigen General aus dem fiktiven Land Sangala in Staffel 7. Aber auch wenn (oder gerade weil) die Geschichten immer abstruser wurden und teilweise mehr Storywendungen als Episoden vorweisen konnten, blieb die Serie immer unglaublich spannend.
Dies lag auch an Jack Bauer, der Hauptperson. Als CTU-Agent und Ex-Elite-Soldat musste er mehr als einmal gegen ganze Legionen von Terroristen jeglicher Couleur antreten. Dabei kopierte er oftmals deren Vorgehensweise und setzte Mittel ein, die mit einem Rechtstaat nicht zu vereinbaren sind. Trotz aller moralischen Zeigefinger, die auf die Macher der Serie zeigten, darf man aber nicht vergessen, dass es sich um Fiktion handelt. Bauer wurde außerdem immer wieder mit den Folgen seiner Taten konfrontiert, auch persönlich. Unter 24-Fans gelten nicht umsonst die Episoden/Szenen als die Besten, in denen Jack Bauer als “Einsamer Wolf” auf einem kompromisslosen Rachefeldzug ist – und nebenbei die freie Welt rettet.
Aufgrund der vielen Alleinstellungsmerkmale wurde die Serie oft parodiert. Bei den Simpsons wurde beispielsweile eine ganze Episode im “24″-Format produziert, auch in vielen Filmen gibt es immer wieder Anspielungen, vor allem auf die berühmte Uhr. Ich habe mich im Internet mal umgeschaut und drei Parodien gefunden, die mir sehr gut gefallen haben. Die möchte ich dem geneigten Leser nicht vorenthalten.
1. Jack Bauer warns Obama.
Hintergrund: Jack Bauer ruft bei Barack Obama an und warnt ihn vor Terroristen. Der Hintergrund des folgenden Gespräches ist, dass Kiefer Sutherland mittlerweile fast ausschließlich mit der Rolle des Jack Bauer in Verbindung gebracht wird:
2. 24 – The unaired 1994 Pilot
Hintergrund: Bei “24″ spielt die Kommunikationstechnik seit jeher eine große Rolle. Die CTU, wie auch ihre jeweiligen Gegenspieler, verfügen über absolut modernste Technik. Mit den Handys können riesige Datenmengen in Sekundenschnelle transferiert werden, das CTU-Hauptquartier scheint besser ausgestattet zu sein als NASA, CIA und Microsoft zusammen und keine Staffel kommt ohne Einbrüche in hoch gesicherte Datensysteme daher. Doch wie wäre das alles im Jahr 1994 mit der entsprechenden Technik von Statten gegangen?
3. 24-Parodie von MadTV
Hintergrund: Die folgende Parodie nimmt gleich zwei Aspekte aufs Korn. Zum Einen Jack Bauers “eigenwillige” Verhörtechniken, zum Anderen das berühmte “Damn it”. Dies hat folgenden Hintergrund: In den USA darf im TV zur Primetime offensichtlich nicht geflucht werden. Die Darsteller mussten daher an vielen Stellen improvisieren. Aus diesem Grund sagt Jack Bauer – vor allem in den ersten vier Staffeln – zu jeder sich bietenden Gelegenheit “Damn it”, meistens mit einem wütenden oder verzweifelten Unterton. In der deutschen Version kommt dies nicht so rüber, weil man das mit dem Fluchen hierzulande anders sieht (zumal die Serie in der Regel nach der Prime Time lief), deshalb konnte man etwas mehr variieren, um das “Damn it” beispielsweise mit “Verdammt”, “Mist”, “Scheiße” etc. übersetzen. Übrigens gibt es in den USA das “24″-Trinkspiel, bei dem man immer, wenn Jack Bauer “Damn it” sagt, einen Schnaps trinken muss.
Es wird übrigens noch (voraussichtlich 2011) einen “24″-Kinofilm geben.
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